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Werbemaßnahmen auf Facebook – Was bedeuten die neuen Ziele von Zuckerberg?

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Vor etwa 48 Stunden hat Facebook Veränderungen bekannt gegeben, die sich auf die dargestellten Inhalte beziehen, die jeder Nutzer in seinem News Feed findet.

Vielen Nutzern dürfte aufgefallen sein, dass immer mehr Werbung im News Feed von Facebook zu finden ist. Dieser Trend ist über die Jahre stark angestiegen. Allein in 2015-2016 sprechen wir hier von einer ~50%-Erhöhung (DRM, 2017).

Genau dieser Trend soll jetzt gestoppt werden. Facebook möchte wieder einen Fokus auf familiäre und freundschaftliche Inhalte lenken. Artikel und Videos zu Neuigkeiten sollen gemeinsam mit den Werbeanzeigen reduziert werden (Vogelstein, 2018).

Was heißt das für Facebook?

Sollte man den Investoren von Facebook Glauben schenken, so sieht es nicht rosig aus, da die Aktie nach der neuen Bekanntmachung um 4% gefallen ist. Wie immer gilt jedoch, dass der Aktienmarkt nicht unbedingt immer der rationalste Ort ist.

Eine wohl interessantere Statistik ist die Veränderungen der Nutzerzahlen von Facebook im letzten Jahr. Weltweit hat Facebook in 2017 einen Marktanteil, im Social Media, von 12% verloren (StatCounter, 2017). Keine Firma, die so auf Nutzerzahlen angewiesen ist, zuckt nur uninteressiert mit den Schultern, wenn ihr Marktanteil um 12% fällt. Besonders dann nicht, wenn nicht klar ist, wie tief dieser Fall noch sein wird. Es könnte also möglich sein, dass Facebook über die Veränderungen im News Feed versucht, seine Nutzer weiterhin bei sich zu behalten und den Verlust zu stoppen.

Was heißt das für die Effizienz von Werbemaßnahmen auf Facebook?

Derzeit heißt dies wohl noch nicht viel. Facebook ist immer noch das Flaggschiff im Social Media. Keine andere Firma besitzt auch nur im Ansatz den Marktanteil von Facebook. Ebenso hat keine andere Social Media Firma vergleichbare Datensätze zur Bevölkerung, durch die Werbung individualisiert angepasst werden kann.

Wer also derzeit Werbung auf Facebook schaltet oder in Zukunft plant eine Kampagne zu schalten, sollte sich derzeit noch keine großen Gedanken machen. Sinnvoll ist natürlich die Überwachung der Effizienz der Kampagne, aber eine grundlegende strategische Umorientierung auf anderen Social Media Firmen wäre derzeit nicht sinnvoll.

Autor: Benedikt Scholer

References

DRM. (2017). Facebook Advertising Statistics and Facts (November 2017).

StatCounter. (2017). Social Media Stats Worldwide. Retrieved from http://gs.statcounter.com/social-media-stats

Vogelstein, F. (2018). FACEBOOK’S ADAM MOSSERI ON WHY YOU’LL SEE LESS VIDEO, MORE FROM FRIENDS. Retrieved from https://www.wired.com/story/facebooks-adam-mosseri-on-why-youll-see-less-video-more-from-friends/

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Warum sollte man für Design überhaupt Geld ausgeben?

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In der heutigen Kultur findet sich eine überwältigende Anzahl an Informationsreizen, welche um die Aufmerksamkeit der Menschen buhlen. Handy, Fernseher, Computer … von überall kommen Reize und verlangen nach Aufmerksamkeit. Die menschliche Aufmerksamkeitsspanne ist jedoch begrenzt und ein Tag hat eben nur 24 Stunden. Ausgehend von diesem Umstand wird oft von einer Aufmerksamkeitswirtschaft gesprochen (Ciampaglia, Flammini, & Menczer, 2015).

Jede Sekunde der Aufmerksamkeit zählt für z. B. Firmen wie Facebook. Die Statistik von Facebook zeigt, dass im Juli 2017 etwa 1,32 Milliarden Nutzer in Facebook aktiv waren. 66% von diesen Nutzern sogar täglich (DMR, 2017). Wer glaubt das Facebook kostenlos wäre, schaut noch nicht weit genug. Das Zahlungsmittel ist nicht etwa Geld, sondern Ihre Aufmerksamkeit. Der durchschnittliche Zeitaufwand eines Nutzers pro Tag beträgt 21 Minuten (DMR, 2017). Bei 1,32 Milliarden Nutzern machen ein paar Sekunden mehr Nutzungszeit pro Person schon einen gewaltigen Unterschied in der Gesamtzeit. Aufmerksamkeitszeit ist aber nicht nur für Facebook relevant.

Fragen Sie sich einmal selbst, wie lange sie warten bis eine Internetseite geladen hat oder Sie die gewollten Informationen darauf finden, bevor sie die Seite schließen und lieber auf einer anderen Seite schauen. Wie viel Zeit schenken sie einem Werbeplakat? Eine Sekunde? Zwei Sekunden? Vielleicht nur eine halbe Sekunde?

Viele Unternehmen kümmern sich um beispielsweise Flyer, was keine schlechte Idee ist, da ein mangelhafter Auftritt nach außen nicht für neue Kunden sorgen wird. Denken Sie aber einmal daran, wie viel Zeit sie investieren, wenn Sie einen x-beliebigen Flyer in den Händen halten? Vielleicht schauen Sie sich nicht einmal die zweite Seite an. Ihre potenziellen Kunden werden genau so handeln, außer sie sind bereits an Ihrem Thema interessiert. Sollte dies der Fall sein, ist die größte Hürde ohnehin schon überwunden.

Schauen Sie sich einmal das folgende Beispiel an. Wer ein Auto besitzt, wird wahrscheinlich schon des Öfteren Flyer dieser Art an seinem Auto gefunden haben, teilweise noch unübersichtlicher als dieses etwas ironische Beispiel:

Wer findet im hektischen Alltag die Zeit, sich über einen längeren Zeitraum einem solchen Flyer zuzuwenden? Ausgehend von der derzeitigen Aufmerksamkeitswirtschaft, nicht viele Menschen. Selbst die Konsumforschung befindet sich noch in Entwicklungsschritten, wenn es sich um Aspekte dieser Art handelt (Romaniuk & Nguyen, 2017). Viele Unternehmen werfen für den Druck von Flyern Geld aus dem Fenster, da die Flyer oft eine zu hohe Aufmerksamkeitsspanne der potenziellen Kunden einfordern.

Hier kommt der Faktor der professionellen Gestaltung zum Tragen. Ein Design sollte von professionellen Gestaltern so angepasst werden, dass es auf die Aufmerksamkeitsspanne einer möglichst großen Kundengruppe zugeschnitten ist.

Schlussfolgernd lohnt es sich vielleicht eher die Flyer komplett außen vor zu lassen, um unnötige Kosten zu vermeiden oder sie sofort unter professioneller Anleitung gestalten zu lassen. Keine Firma sollte in halbherzige Flyer investieren, für die am Ende des Tages, die Kapitalrentabilität gegen 0% geht. Metaphorisch gesprochen würde sich wohl niemand von einem Metzger operieren lassen, obwohl dieser ebenfalls den „ganzen“ Tag Fleisch schneidet und wahrscheinlich günstiger operieren würde als ein Facharzt im Krankenhaus.

Autor: Benedikt Scholer

References

Ciampaglia, G. L., Flammini, A., & Menczer, F. (2015). The production of information in the attention economy. Scientific reports, 5, 9452. https://doi.org/10.1038/srep09452

DMR. (2017). 400+ Amazing Facebook Stats (Last Checked July 2017): Digital Marketing Ramblings.

Romaniuk, J., & Nguyen, C. (2017). Is consumer psychology research ready for today’s attention economy? Journal of Marketing Management, 33(11-12), 909–916. https://doi.org/10.1080/0267257X.2017.1305706

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Grafikdesign im Kontext der Inklusion

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Grafikdesign wird oft auf die Effektivität der Informationsweitergabe hin betrachtet. Demensprechend findet eine Kommunikation zwischen der interagierenden Person und dem Designobjekt statt. Doch was passiert wenn diese Kommunikation unzureichend ist?

Die Anzahl an Personen, die mit einer Beeinträchtigung der visuellen Wahrnehmung leben müssen, wird oft außer Acht gelassen.

Cornish, Goodman-Deane, Ruggeri & Clarkson (2015) erläutern innerhalb ihres Artikels den Kontext von Grafikdesign in Verbindung mit der Zugänglichkeit, des jeweiligen Designs, für Personen mit Inklusionshintergrund. Die Unzugänglichkeit von Grafikdesign gehört zum Alltag, selbst bei dem Design von Medikament-Verpackungen, was nicht nur Alltagshandlungen erschwert, sondern sie sogar gefährlich macht. Die Anzahl an Personen, die mit einer Beeinträchtigung der visuellen Wahrnehmung leben müssen, wird oft außer Acht gelassen.

122 Designer und Klienten wurden zum Thema der visuellen Zugänglichkeit befragt, wodurch deutlich wurde, dass hier ein Erklärungsnotstand der Designer herrscht. Nur ein geringer Anteil der Designer hatte sich überhaupt mit diesem Thema befasst und ein noch geringerer Anteil ließ besagte Informationen in den Designprozess mit einfließen. Es gibt derzeit verschiedene Tools und Leitlinien, die den Designer in seiner Arbeit unterstützen können. Beispiele hierfür sind:

  • Userfit von Paulson, Ashby & Richardson (1996)
  • RNIB’s Clear print guidelines (1997)

Neben diesen Beispielen finden sich aber noch weitere, auch für den Bereich des Produktdesigns. Eine kurze Suche in Google birgt schon viele Informationen. Grundlegend sollte dieses Gebiet jedoch noch weiter erforscht werden und neue Tools zur Evaluation erstellt werden. Wichtig ist, die Aufmerksamkeit von Designern auf einen möglichen Inklusionshintergrund zu lenken, sodass diese in der Lage sind, eine angepasste Design-Klient-Kommunikation zu ermöglichen (Cornish, Goodman-Deane, Ruggeri & Clarkson, 2015).

Autor: Benedikt Scholer

Referenzen:
1) Cornish, K., Goodman-Deane, J., Ruggeri, K., & Clarkson, P. J. (September 01, 2015). Visual accessibility in graphic design: A client-designer communication failure. Design Studies, 40, 176-195.
2) Poulson, D., Ashby, M., & Richardson, S. (1996). Userfit: A practical handbook on user-centred design for Assistive Technology. Brussels: ECSC-EC-EAEC.
3) Royal National Institute for the Blind., & Royal National Institute for the Blind. (1997). Clear print guidelines. London: RNIB.

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Flexibilität und Fixierung innerhalb einer Konzeptentwicklung

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Ist ein ressourcenorientierter Umgang mit Fixierung im Designprozess möglich, oder sind Designer ihren eigenen Beschränkungen hilflos ausgeliefert? Diesen Konflikt genauer zu betrachten, ermöglicht es, kreative Verhaltensweisen besser zu verstehen.

Kreativität und die Fixierung auf einen endgültigen Lösungsweg sind Teilschritte des Designprozess, welche in einer Balance zueinander stehen sollten. Laut Crilly (2015) sind Designprozesse oft so strukturiert, dass sie die Kreativität des Designers befreien, indem eine voreilige Fixierung auf einen bestimmten Lösungsweg verhindert wird. Trotzdem finden sich in der Realität oft Situationen in denen Designer sich durch ihre eigenen Ideen blenden lassen. Diese Fixierung ist beispielsweise oft erkennbar, wenn Designer Teilbereiche aus ihrem vorherigen Projekt, direkt in ihr nächstes Projekt übertragen.

Crilly befragte daher Designexperten zu ihrem Umgang mit „Fixierung“, welche verschiedene Aspekte benannten, die Fixierung fördern oder verhindern können.

Fixierung fördernde Aspekte:

  • Erlebnisse des Versagens, welche Ängste vor neuen Ideen hervorrufen
  • Eigene Vorstellungsgrenzen im Kopf, welche als limitierende Glaubenssätze beschreibbar sind
  • Beharren auf Gewohnheiten, entstanden durch vorherige Projekte und Prozesse

Fixierung verhindernde Aspekte:

  • Offenheit gegenüber dem Feedback eines Teams, dem eigentlichen Entwicklungsprozess und den eigenen Erwartungen
  • bewusst die Variationsmöglichkeiten forcieren
  • Methoden und Prozesse verwenden, welche die Flexibilität erweitern
  • die eigenen Erfahrung mit Fixierung als Ressource und Reflexionsgrundlage nutzen

Hiermit wird deutlich, dass es sich bei der Fixierung um ein reelles Problem im Designalltag handelt, worüber sich erfahrene Designer bewusst sind und Strategien zur Gegenwirkung einsetzen. Interessanterweise ist die Reflexion über das Thema der Fixierung eine der besten Strategien, um eine negative Fixierung zu verhindern. Awareness wird damit als entscheidender Begriff in den Vordergrund gerückt (Crilly, 2015).

Autor: Benedikt Scholer

Referenzen:
Crilly, N. (May 01, 2015). Fixation and creativity in concept development: The attitudes and practices of expert designers. Design Studies, 38, 54-91.

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Design soll als Ziel den Gebrauch von Gegenständen erschweren?

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Der vereinfachte Umgang mit Objekten, durch qualitatives Design, ist ein oft diskutiertes Thema und jetzt soll Design diesen Umgang wieder erschweren?

Das zumindest beschreibt ein Artikel vom 4. März 2015, welcher von Miller (2015) auf “The Guardian” veröffentlicht wurde. Hier werden verschiedene Argumente beschrieben, warum Designer nun beginnen sollten, den Gebrauch von Gegenständen zu erschweren. Als erstes Argument wird die Netzsicherheit angesprochen, da die Webdienste immer simpler werden ist es auch immer leichter seine privaten Daten an Gefahrenpersonen weiter zu geben oder “gescammed” zu werden (Miller, 2015).

Interessanterweise gibt es aber keinerlei Anzeichen für die Korrelation zwischen der Einfachheit einer Webseite und der möglichen Gefahrenquelle ‚gescammed‘ zu werden. Es stellt sich eher die Frage ob eine noch komplexere Seite nicht auch mehr Möglichkeiten für Online-Scams bietet. Daher sollte dieses Argument wohl stark überdacht werden.

Miller (2015) erläutert weiterhin, dass eine erhöhte Komplexität eines Autos dafür sorgen würde, dass die Fahrer sich mehr auf das Fahren konzentrieren müssten und damit weniger Unfälle verursachen würden. Angeführt wird hierfür eine Studie, in welcher durch einen kurzen Reiz die Aufmerksamkeit von Autofahrern erhöht wurde und das Unfallrisiko, innerhalb dieser Aufmerksamkeitsphase, abnahm (Miller, 2015).

Die Problematik innerhalb dieser Idee liegt jedoch darin, dass viele Autofahrten nicht nur 5 Minuten dauern sondern auch einmal mehrere Stunden andauern können. Hier tritt dann, laut Milosevic (1997), ein Phänomen in Form von der Fatigue-Symptomatik auf, welches die Müdigkeit des Autofahrers beschreibt. Eine komplexeres Auto verstärkt diese Müdigkeitssymptomatik und stellt somit eine Gefahrenquelle dar (Milosevic, 1997). Umso komplizierter das Auto also gestaltet ist, umso anstrengender wird auch seine Nutzung.

Als dritten Punkt beschreibt Miller (2015), dass Menschen nach Perfektion streben, und dass durch simples Design, diese Perfektion gehindert werden würde. Damit wären die gestalteten Gegenstände nicht mehr erfüllend für den Besitzer. Als Beispiel wird hierfür der Umgang mit einer komplexen Spiegelreflexkamera aufgeführt (Miller, 2015).

Hier stellt sich direkt die Frage: „Ist es der Umgang mit der Kamera der den Fotografen zu einem Meister macht oder ist es die Fähigkeit Kompositionen und eindrucksvolle Aufnahmen in seiner Umgebung zu erkennen?“ Desweiteren befinden wir uns in einer Welt, in der generell die Komplexität unserer Umgebung immer weiter ansteigt, selbst wenn die meisten Unternehmen versuchen ihre Produkte immer simpler zu gestalten. Die technologische Entwicklung und die Anzahl an schier unendlichen Betätigungen, die an sich schon eine hohe Komplexität beinhalten, steigen weiter an. Schlussendlich sollte überdacht werden ob es wirklich sinnvoll ist, mutwillig mehr Komplexität in unsere Umwelt zu integrieren.

Praxisnähe für Designer und Unternehmen:
Neben den bereits oben beschriebenen Implikationen möchten wir noch auf eine weiteren praxisnahen Aspekt aufmerksam machen. Ob ein Produkt, eine Dienstleistung oder eine Werbung wirklich simpel für den Kunden ist, wird für den Ersteller immer schwerer zu bewerten, da er derjenige ist, der sich schon über einen längeren Zeitraum damit beschäftigt hat. Ein Produkt, welches der Ersteller als simpel bezeichnen würde, kann für jemanden im Erstkontakt wieder ganz anders wirken. Wenn Sie also wirklich bewerten möchten wie „simpel“ und „einfach im Umgang“ Ihr Produkt gestaltet ist, könnten sie Personen befragen die sich noch nie damit befasst haben.

Autor: Benedikt Scholer

Referenzen:
Milosevic, S. (January 01, 1997). Drivers’ fatigue studies. Ergonomics, Vol. 40, No. 3, Mar. 1997, P. 381-389.
Miller, B. (4. März 2015). Why we should design things to be difficult to use . Von http://www.theguardian.com/commentisfree/2015/mar/04/why-we-should-design-things-to-be-difficult-mastery abgerufen

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