Sozialwissenschaft

Kreative und ihre Charakterausprägungen. Eine Studie klärt auf.

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Sozialwissenschaft

Kreative und ihre Charakterausprägungen. Eine Studie klärt auf.

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Ist Kreativität mit bestimmten Charakterzügen in Verbindung zu bringen? Eine Studie soll erste Informationen liefern und einen interessanten Blickwinkel schaffen.

Bevor wir nun in die Welt der kreativen Charakterzüge starten, sollten einige Dinge bedacht werden. Jeder Mensch ist individuell in seinen persönlichen Ausprägungen. Daher hat Kreativität möglicherweise nicht nur etwas mit dem Charakter zu tun, sondern auch mit Aspekten wie kulturellem Hintergrund, ökonomischen Kontext und ökologischem Kontext. Selbst wenn ein Mensch nur wenige bis keine der folgenden Charakterzüge aufzeigt, kann er trotzdem eine hohe Kreativität besitzen. Die folgende Studie bietet daher nur einen bestimmten Blickwinkel.

Martinsen (2011) analysierte 481 Personen mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen. 69 Teilnehmer stammten aus dem Künstlerbereich in Form von Schauspielern und Musikern. Neben den Künstlern nahmen 48 Marketingstudenten Teil. Die restlichen Teilnehmer setzen sich aus Managern, Dozenten und Studenten zusammen, die in weniger kreativen Berufsbereichen angesiedelt sind.

Anhand von verschiedenen Tests wurde das kreative Können und die kreativen Fähigkeiten der Teilnehmer analysiert, woraufhin sich 7 Charakterzüge herauskristallisierten.

  1. Assoziationsorientiert: Die Person ist in der Lage, auf spielerische Weise mit verschiedensten Ideen umzugehen. Dabei wird oft zwischen fiktiven Ideen und realitätsnahen Konzepten gewechselt.
  2. Drang zur Originalität: Diese Personen brechen oft die Regeln und Vorgaben. Verinnerlicht wird eine rebellische Einstellung, um die Dinge so zu handhaben wie sie niemand anderes handhabt.
  3. Motiviert: Die Person verspürt einen inneren Drang für eine gute Leistung.
  4. Ambitioniert: Es zeigt sich ein innerer Drang, auch andere mit zu beeinflussen und Aufmerksamkeit / Anerkennung zu erhalten.
  5. Flexibel: Hier ist die Person in der Lage verschiedene Blickwinkel zu verwenden und unterschiedliche Lösungen für Problemstellungen zu durchdenken.
  6. Geringere emotionale Stabilität: Hier zeigen sich oft größere Emotionsschwankungen oder eine größere Bezogenheit zu negativen Emotionen
  7. Geringerer Geselligkeitstrieb: Es besteht weniger Interesse am sozialen Kontakt. Oft finden diese Personen schnell Fehlerquellen in anderen oder üben starke Kritik aus.

Die zwei entscheidendsten Aspekte, für die Kreativität, sind die Assoziationsfähigkeit und der Drang zur Originalität. Die anderen Aspekte wirken eher unterstützend oder hemmend auf die Hauptpunkte. Obwohl eine eher geringerer Geselligkeitstrieb analysiert wurde, muss bedacht werden das z. B. gerade Schauspieler eher eine hohe Geselligkeit aufweisen und gleichzeitig auch kreativ sind. Daher sollten diese Aspekte kontextabhängig und nicht allgemeingültig betrachtet werden (Martinsen, 2011).

Praxisnähe für Designer:
Da wir hier eher von einer Persönlichkeitsanalyse sprechen, wird hier weniger der direkte Praxisbezug gesucht. Natürlich können Sie jedoch auch hier Informationen über Andere oder über sich selbst erlangen. Diese Ergebnisse können Ihnen auch als Grundlage zur Selbstreflexion dienen. Dabei ist immer zu bedenken, dass Persönlichkeits-Aspekte nicht in Stein gemeißelt sind, sondern sich auch weiterentwickeln können.

Praxisnähe für Unternehmer:
Diese Ergebnisse können für Sie bedeuten, dass Sie möglicherweise gewisse negative Eigenschaften in Kauf nehmen müssen, wenn Sie eine bestimmte Person für einen kreativen Arbeitsbereich benötigen. Auch für Sie selbst können diese Ergebnisse eine Art Selbstreflexion unterstützen. Interessant wird es dann, wenn man feststellt, dass manchmal die entscheidenden Stärken einer Person der ausschlaggebende Punkt sind und die Schwächen dabei in den Hintergrund treten. Nicht jeder muss ein All-Arounder sein.

Autor: Benedikt Scholer

Referenzen:

Titelbild: http://kerstinpur.de/wp-content/uploads/2010/08/CIMG6852.jpg

Martinsen, Ø. L. (July 01, 2011). The Creative Personality: A Synthesis and Development of the Creative Person Profile. Creativity Research Journal, 23, 3, 185-202.

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