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Nachhaltiges Nutzerverhalten durch stimmiges Design Teil 1

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Wie kann ein Prozess strukturiert werden, anhand dessen man Produkte designen kann, die beim Endnutzer einen nachhaltigen Umgang auslösen? Mit dieser Frage befasst sich der erste Teil der Reihe zum Thema Nachhaltigkeit.

Über die Jahre haben sich verschiedenste Formen von Innovationsprozessen entwickelt. Es ist ein grundlegendes Thema, welches in diversen Literaturquellen diskutiert wird. Traditionell zeigen sich oft die technologisch bezogenen Entwicklungsprozesse. Jedoch finden sich auch designbezogene Prozesse, wenn es um die Entwicklung von nachhaltigen Produkten geht. Der Nutzer an sich steht in diesem Prozess im Mittelpunkt und nicht direkt die technologischen Hintergründe, welche mehr Nachhaltigkeit ermöglichen (Verganti 2009).

Wir erleben, dass Nachhaltigkeit ein Schlüsselfaktor für Innovation sein kann und, dass wir einen konstanten Anstieg an Prozessen und Produkten erleben, welche die Nachhaltigkeit als Grundprinzip verinnerlichen (Gram-Hanssen 2008).

Selvefors et al. (2011) beschreiben den Design for Sustainable Consumption Behaviour-Approach (DSCB). Hierbei handelt es sich um ein Prozessmodell, welches den Designer in seiner Arbeit unterstützt. Über die verschiedenen Schritte, kann ein Produkt entwickelt werden, welches den Nutzer zu einem nachhaltigen Umgang hinleitet.

Schritt 1: Es wird ein Produkt gewählt, welches nachhaltiges Verhalten bei den Endnutzern bewirken soll, oder es wird zuerst eine Ressource bestimmt, welche einen nachhaltigeren Umgang benötigt (beispielsweise Wasser).

Schritt 2: Es werden die Verhaltensweisen der Nutzer analysiert.
Wie werden die Ressourcen genutzt und wie wird konsumiert?

Schritt 3: Hier wird erfasst, wie und wo Ressourcen verschwendet werden.
Ist es ein aktiver oder passiver Konsum?
Basiert der Konsum auf eine Gewohnheit, auf einer aktiven Handlung oder sogar auf einem Grundbedürfnis?
Was verhindert den nachhaltigen Umgang?

Schritt 4: Wahl des Problemverhaltens. Hierbei kann es von Bedeutung sein, dass eine bereits bestehende Verhaltensweise verändert werden sollte oder eine komplett neue Verhaltensweise entwickelt werden muss.

Schritt 5: Entwicklung verschiedener Interventionsmöglichkeiten. Es werden mehrere Herangehensweise für eine Veränderung entwickelt. Möglicherweise sind Ideen die Anfangs als passend erscheinen im Nachhinein weniger stimmig.

Schritt 6: Die in Schritt 5 entwickelten Optionen werden auf ihre Sinnhaftigkeit überprüft. Hier wird genau darauf geachtet, welche Aspekte eine nachhaltiges Verhalten bei dem Endnutzer hervorrufen.

Dieser Prozess bietet eine erste Grundlage für nachhaltiges Design. Die Designer müssen sich daher trotzdem vertieft mit der Materie beschäftigen. Das Thema befindet sich derzeit noch in den Anfängen (Selvefors et al. 2011).

In den folgenden Artikeln werden direkte Beispiele angesprochen, die praxisorientiert, das nachhaltige Design verdeutlichen werden.

Autor: Benedikt Scholer

Referenzen:

Gram-Hanssen, Kirsten (2008): Consuming technologies – developing routines. In: Journal of Cleaner Production 16 (11), S. 1181–1189. DOI: 10.1016/j.jclepro.2007.08.006.

Selvefors, Anneli; Pedersen, Karin Blindh; Rahe, Ulrike (2011): Design for sustainable consumption behaviour. In: DPPI ’11 Proceedings of the 2011 Conference on Designing Pleasurable Products and Interfaces, S. 1–8. DOI: 10.1145/2347504.2347508.

Verganti, Roberto (2009): Design-driven innovation. Changing the rules of competition by radically innovating what things mean. Boston, Mass.: Harvard Business Press.

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Design Relevanz in der Gesellschaft – ParaSITE

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In diesem letzten Artikel zum Thema Design und Gesellschaft betrachten wir das Projekt ParaSITE Homeless Shelter, ein innovatives Produkt zur Unterbringung obdachloser Menschen.

In fast allen Artikeln unserer Blogs kommt es früher oder später zu der Frage des Nutzens von Design. Was leistet Design und warum ist es so wichtig das allgemeine Verständnis für Design und Gestaltung zu steigern? Design existiert stets aus einer Problemstellung heraus – einem Problem, für die es eine Lösung sucht. Dies kann ein technisches Problem, aber auch ein ökologisches, wirtschaftliches oder eben ein gesellschaftliches Problem sein.

Ein interessantes Beispiel für den gesellschaftlichen oder sozialen Nutzen von Design ist das Projekt „ParaSITE – Homeless Shelter“.Michael Rakowitz entwickelte ein aufblasbares Zelt, welches Obdachlosen die Möglichkeit bietet, sich an bestehende Gebäude der Stadt anzudocken und deren Abwärme zu nutzen, um das Zelt aufzublasen und zu beheizen. Die Sterblichkeitsrate unter Obdachlosen in harten Wintern dürfte, sollte ein solches Projekt in Serie gehen, drastisch sinken. Abwärme von Gebäuden könnte so ohne große Zusatzkosten für ein soziales Projekt genutzt werden. Rakowitz selbst äußerte sich zu seinem Projekt als Übergangslösung und Ausdruck von sozialem Protest. Es soll keinesfalls eine langfristige Lösung darstellen und im Idealfall ein Umdenken anregen und in Zukunft nicht mehr notwendig sein.

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Inspiriert wurde das Projekt von den Zelten der Beduinen, welche ebenfalls verschiedene Wüstenwinde nutzen und mit ihnen interagieren können. Das Projekt ist mittlerweile Teil des Museum of Modern Arts (MoMA). Auf deren Website heißt es zu diesem Thema:

 “Parasitism is described as a relationship in which a parasite temporarily or permanently exploits the energy of a host,” Rakowitz says, in introducing paraSITE. This temporary and transportable shelter for the homeless is dependent on the outtake duct of a building’s heating, ventilation, and air-conditioning system for its form and source of heat. paraSITE is a conspicuous social protest, not a long-term solution to homelessness. “It is very much an intervention that should become obsolete,” Rakowitz says. “These shelters should disappear like the problem should. In this case, the real designers are the policymakers.”1

Dies ist nur ein Beispiel um zu zeigen, wie innovative Designideen in Zukunft einen Mehrwert schaffen können. So langsam wird deutlich, welche Macht Design haben kann. Es dringt in sämtliche menschliche Kommunikation vor und beeinflusst, direkt oder indirekt, jeden einzelnen von uns. Umso wichtiger ist es Design und Gestaltung den Stellenwert einzuräumen den es haben sollte, und nicht bloß als Verkaufsstrategie am Rande des Marketingskonzeptes zu betrachten.

Autor: Simon Elsen

Referenzen
0 Bild: http://www.moma.org/collection/works/94026?locale=en
1 http://www.moma.org/collection/works/94026?locale=en
2 Bilder von www.fastcompany.net

Sozialwissenschaft

Design Relevanz in der Gesellschaft – Conflict Kitchen

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Im zweiten Teil unserer Reihe zum Thema Design und Gesellschaft betrachten wir das Projekt Conflict Kitchen aus den USA. Ein Projekt, welches maßgeblich zur Völkerverständigung beiträgt.

Im vorliegenden Artikel wollen wir das Projekt Conflict Kitchen aus Amerika betrachten. Conflict Kitchen ist ein Restaurant, welches lediglich Gerichte von Ländern anbietet, mit denen Amerika in einem direkten Konflikt liegt. Das Restaurant serviert alle sechs Monate Gerichte von einem anderen Land der sogenannten „Achse des Bösen“. Jeder Wechsel wird mit einem kleinen Fest gefeiert, bei dem die Musik und die Tradition des neuen Landes zelebriert wird.

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Aktuell läuft das Restaurant unter dem Thema „Kuba“. Seit der Eröffnung im Jahre 2010 wurden bereits der Iran, Afghanistan, Nord Korea und Venezuela thematisiert. Die landesspezifische Gestaltung des Restaurants ändert sich mit den Themen und wird von der lokalen Bevölkerung des Themenlandes unterstützt. Ziel ist die Völkerverständigung. Auf diese Weise kommen Menschen, die möglicherweise kaum oder keine Informationen zu diesen Ländern haben in Kontakt mit anderen Kulturen, die sie aus den Nachrichten nur als Kriegstreiber und Terroristen kennen. Conflict Kitchen beschreiben sich selbst auf ihrer Internetseite:

„Conflict Kitchen is a restaurant that only serves cuisine from countries with which the United States is in conflict. Each Conflict Kitchen iteration is augmented by events, performances, and discussions that seek to expand the engagement the public has with the culture, politics, and issues at stake within the focus country. The restaurant rotates identities every few months in relation to current geopolitical events.“1

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Hier trägt eine Idee und das damit verbundene Design maßgeblich zur Völkerverständigung bei. Mit jedem Essen werden Informationsbroschüren zum jeweiligen Land ausgeteilt, Events und Diskussionen laden zur Auseinandersetzung ein und lokale Angehörige der jeweiligen Kultur treten in einen direkten Austausch mit neugierigen Amerikanern.

 „Our current Cuban version introduces our customers to the food, culture, and politics of Cuba. Developed in collaboration with Cubans in Cuba and Pittsburgh, our food comes packaged in wrappers that include interviews with Cubans on subjects ranging from culture to politics. As is to be expected, the thoughts and opinions that come through the interviews and our programming are informed by personal perspective and history. These diverse perspectives reflect a nuanced range of thought within each country and serves to instigate questioning, conversation, and debate with our customers.“2

Dieses Projekt ist nur ein Beispiel um den sozialen Nutzen von Design zu verdeutlichen. Im nächsten Artikel schließen wir die Reihe Design und Gesellschaft mit der Betrachtung des Projektes „ParaSITE – Homeless Shelter“ ab. Das Projekt befasst sich mit einer günstigen Unterbringungsmöglichkeit für obdachlose Menschen und wird bereits im MoMA ausgestellt.

Autor: Simon Elsen

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1, 2 www.conflictkitchen.org
Bilder www.conflictkitchen.org

Sozialwissenschaft

Was bewirkt Design gesellschaftlich?

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Mit dem heutigen Artikel starten wir eine neue Reihe bezüglich Design und Gesellschaft. Welchen Nutzen hat Gestaltung und Design gesellschaftlich, welche Prinzipien stecken dahinter und was bedeuten diese für die Menschen?

Design hat nicht nur wirtschaftliche Bedeutung, sondern beteiligt sich maßgebend an verschiedenen gesellschaftlichen Prozessen und Strukturen. Design ist allgegenwärtig, auch wenn wir es im Idealfall gar nicht bemerken. Dies fängt schon damit an, dass wir uns morgens mit einer Zahnbürste, die gut in der Hand liegt, die Zähne putzen. Wir sitzen in einem ergonomisch geformten Stuhl und lesen eine Zeitung, bei der Schriftgröße und Spaltenaufteilung ein leichtes Lesen ermöglichen. Dann setzen wir uns in ein industriell gefertigtes und gestaltetes Auto und folgen dem städtischen Leitsystem zu unserem Arbeitsplatz. Dabei sehen wir links und rechts aufwendig gestaltete Werbebanner und Marketing Kampagnen – darunter auch die Werbung für einen 3D-Drucker. Was es heute nicht alles gibt! So geht der Tag weiter. Design ist überall. Es sind die gestalteten Dinge, die wir nutzen, lesen, auspacken etc. Design macht sich nützlich, löst Probleme, informiert und strukturiert unseren Alltag.

An ausgewählten Beispielen möchte ich den gesellschaftlichen Nutzen von Design aufzeigen. Dabei gehe ich auf einige Wirkungsweisen von Design ein und betrachte dessen Nutzen und Konsequenzen. Design kann beispielsweise Meinungen bilden oder eine Zugehörigkeit vermitteln. Es wurde mehrfach bewiesen, dass zufriedene Angestellte bessere Leistungen erzielen. Zufriedenheit am Arbeitsplatz hängt nicht zuletzt mit der Einstellung gegenüber dem Unternehmen zusammen bei dem man angestellt ist. Es wurde ebenfalls mehrfach bewiesen, dass Angestellte eines Unternehmens, mit einem einheitlichen und qualitativ hochwertigen Corporate Design, sich deutlich eher mit Ihrem Arbeitgeber identifizieren als andere. Sprich eine gute Gestaltung wirkt sich indirekt auf die Leistung der Angestellten aus.

Ähnlich wie im Bereich Ökologie kann Design ebenfalls gezielt auf gesellschaftliche Themen hinweisen und durch eine ansprechende Gestaltung oder interessante Kampagne zu einem Umdenken anregen. In den kommenden beiden Artikeln betrachten wir gezielt zwei Beispiele aus der Praxis um den gesellschaftlichen Nutzen von Design klarzumachen. Der nächste Artikel bezieht sich auf das Projekt „Conflict Kitchen“, ein interessantes Corporate Projekt aus den USA, der darauf folgende Artikel auf das Projekt paraSITE – Homeless Shelter, ein Beispiel für die soziale Komponente im Bereich Design. Anhand dieser beiden Beispiele wollen wir den gesellschaftlichen Nutzen von Design verdeutlichen und aufzeigen, dass Design mehr kann als nur verkaufen!

Umfrage Relevanz und Wertschöpfung von Design
Eine von mir ausgeführte Online-Umfrage zu diesem und weiteren Themen aus dem Bereich Design ergab eine Vielzahl an anonymen Kommentaren, Meinungen und Fallbeispielen, die ich auf diesem Blog präsentieren möchte. Die Umfrage richtete sich an Designer und Gestalter in ganz Deutschland, seien es Angestellte in einer Agentur, Freelancer oder Selbstständige, die sich durch erfolgreiches Design verdient gemacht haben. Unter Ihnen befinden sich beispielsweise Angestellte von renommierten Agenturen oder vielfach ausgezeichnete Einzelkämpfer. Aufgrund der Anonymität der Umfrage kann und werde ich keinerlei Verweise machen und werde die getroffenen Aussagen, welche direkt aus der Praxis kommen, aus sich heraus wirken lassen. Da die Aussagen oftmals auch Meinungen widerspiegeln, sind direkte Gegensätze und sich widerlegende Aussagen durchaus möglich und gewollt.

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Autor: Simon Elsen

Referenzen
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Welchen Nutzen hat Design?

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Beginnt man sich mit Design näher auseinanderzusetzen und stellt sich selbst die Frage, ob und wenn ja, wozu man Design überhaupt braucht, findet man schnell Vorgänger, die sich die gleiche Frage gestellt haben. So haben nicht wenige Designer in ihrer Laufbahn zumindest kurzzeitig an der Bedeutung und Relevanz von Design gezweifelt.

Zweifel an der Relevanz der eigenen Arbeit führen bei vielen Studenten aber auch erfahrenen Gestaltern zu temporären Sinnkrisen. Der Vergleich mit anderen Sparten ist schnell gezogen und führt nicht selten zu Problemen in der eignen Auffassung. Ärzte retten Leben, Architekten bauen Häuser – und wozu braucht man die Gestalter? Wer sich selbst als billiger Blättchensetzer sieht, hat schnell jegliche Lust an der eigenen Arbeit verloren. So schreibt auch Hanna Markus in ihrer eigenen Diplomarbeit:

„Zu diesem Zeitpunkt befand ich mich gerade in einer Phase, in der ich an meinem Beruf, ja an meiner Zukunft in diesem Beruf zu zweifeln begonnen hatte. Keine Frage – ich liebte das Gestalten an sich. Aber ich hatte immer mehr Probleme, die Auffassung von Design in unserer Welt und sein Wirken in unserer Gesellschaft zu teilen. Es schien, als ob Design die überflüssigste Sache dieser Welt darstellte. Eine riesige Luftblase, die uns mit einer konstanten Dosis Lügen versorgt und mit der Kreation einer disneylandartigen Welt die eigentliche Realität überdeckt. Ein bisschen wie die Matrix, die den Menschen ein erfülltes Leben vorgaukelt.“ 1

Auch Tibor Kalman schreibt in seinem Buch Perverse Optimist:

„My quandary was that designers have been taught to be liars. They have been taught to use their skills – just like lawyers and accountants – to distort information. I was not against anyone personally, I just had all these questions about what we were doing.“ 2

Doch wer tiefer schürft stellt schnell fest, dass Design mehr ist als Werbeblättchen und Anzeigen zu setzen. Design kann nicht nur entscheidend zum wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens beitragen, sondern auch ökologische oder soziale Ziele verfolgen. Design hat die Macht, die Menschen zu erreichen – es müssen nur die richtigen Botschaften sein. Es geht um Prozesse und Gedankengut, sei es wirtschaftlich, sozial, politisch oder ökologisch! Designer entwickeln Ideenentwürfe, um dieses Gedankengut zu kommunizieren. Design wird also in nahezu allen Branchen gebraucht. In den kommenden Artikeln werde ich einige Aspekte der Gesellschaft näher beleuchten und auf den Nutzen von Design in der Wirtschaft, der Gesellschaft als Solcher und der Ökologie eingehen. Unterstützt wird dies mit den Umfrageergebnissen in Form einer Gedanken-Cloud, sowie Praxisbeispielen zu jedem Aspekt. In der Wirtschaft betrachten wir das Projekt Hotel Daniel Vienna sowie mein eigenes Projekt Discover, welches als Teil meiner Master Thesis entstanden ist. Der gesellschaftliche Part wird von der Image Kampagne des neuen Trierer Oberbürgermeisters Wolfram Leibe übernommen und durch das Projekt Conflict Kitchen abgerundet. Als Beispiel für den ökologischen Nutzen betrachten wir das Projekt Bäume für Berlin. Dem Leser wird auf diese Weise Stück für Stück die Tragweite und Relevanz von Design klar und informiert ihn über die verschiedenen Bedeutungen des Designbegriffs in unserer Gesellschaft.

Referenzen:
0 – Titelbild: http://www.nrw-denkt-nachhaltig.de
1 – Markus, Hanna, „Be-wusst De-sign“, S.5, 2007
2 – Hall, Pete/Bierut, Michael, „Perverse Optimist“, 1998

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Was ist Design? Teil 2 – Verständnis

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In unserem letzten Artikel haben wir uns bereits einen ersten Eindruck bezüglich der Definition von Design verschafft. Nun wollen wir einen Schritt weiter gehen und die Problematik bezüglich Design und dessen Verständnis seitens des Kunden näher beleuchten. Weiterhin gibt der Artikel erste Einblicke in die von uns durchgeführte Online-Umfrage, an der 300 Agenturen, Freelancer und Kunden teilgenommen haben.

Wer kennt das Problem nicht? Der Designer macht sich Gedanken und kommt nach langem Brainstorming und Layouten zur bestmöglichen Lösung des Problems. Und dann sagt der Kunde: Das kann mein Sohn auch! Designer und Gestalter wird man nicht von Heute auf Morgen. Nicht umsonst studieren die angehenden Problemlöser von Morgen mehrere Jahre ihr Fach und bilden sich darüber hinaus auf externen Workshops, Fortbildungen und Tagungen weiter, halten sich über Trends und aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden und lernen im Idealfall auch noch mit Marketing und Konsumentenpsychologie umzugehen. Und doch fühlen sich immer wieder Auftraggeber dazu im Stande, selbst gestalterisch aktiv zu werden und präsentieren dem beauftragten Designer während des ersten Meetings stolz ihr schon nahezu fertiges Logodesign. „Genau so hätten wir das gerne” schallt es durch den Raum.

Souverän versucht der Gestalter seinem Gegenüber nun zu erklären, dass Design etwas mit genauer Analyse des Marktes zu tun hat. Er spricht über Unternehmenswerte und Image-Bildung, sagt, er müsse sich mit der Geschichte und 
den Werten des Unternehmens vertraut machen, bevor es eine nachhaltige Lösung für das Problem geben kann. Der Auftraggeber kontert sofort: „Das brauchen Sie nicht, das wissen wir ja!” Was tun? Der Kunde versteht nicht, dass ihm die nötige Kompetenz und das handwerkliche Wissen fehlt, um selbst ein Signet
 zu entwickeln. Er sieht den Gestalter nur als Umsetzer, als puren Dienstleister. Er soll das Zeichen so umsetzen, wie er es sich gedacht hat.

Dieses Beispiel ist mit Sicherheit überspitzt und übertrieben und doch stehen Designer immer wieder Auftraggebern gegenüber, die es sich herausnehmen, selbst über gute Gestaltung und dessen Umsetzung zu urteilen. Diese Auftraggeber sehen das Design höchstens als Randerscheinung ihres Marketingkonzepts. Man braucht halt ein Logo, einen Briefbogen, Geschäftsbericht, Visitenkarten und Co. Aber viel Geld und allzu viel Zeit möchte man natürlich nicht darauf verwenden. Manch ein Gestalter hätte bereits seine Sachen gepackt und wäre gegangen. Wolfgang Beinert äußert sich zu diesem Thema beispielsweise wie folgt:

„[…] [I]ch arbeite grundsätzlich nur für Klienten, die mir die Freiheit lassen, mich für ihr Unternehmen zu engagieren, für die ich kein Erfüllungsgehilfe bin, sondern ein hochwertiger Dienstleister, der im Herzen ihres Unternehmens arbeitet.”1

Relevanz und Wertschöpfung
Eine von mir ausgeführte Online-Umfrage zu diesem und weiteren Themen aus dem Bereich Design ergab eine Vielzahl an anonymen Kommentaren, Meinungen und Fallbeispielen, die ich auf diesem Blog präsentieren möchte. Die Umfrage richtete sich an Designer und Gestalter in ganz Deutschland, seien es Angestellte in einer Agentur, Freelancer oder Selbstständige, die sich durch erfolgreiches Design verdient gemacht haben. Unter Ihnen befinden sich beispielsweise Angestellte von renommierten Agenturen oder vielfach ausgezeichnete Einzelkämpfer. Aufgrund der Anonymität der Umfrage kann und werde ich keinerlei Verweise machen und werde die getroffenen Aussagen, welche direkt aus der Praxis kommen, aus sich heraus wirken lassen. Da die Aussagen oftmals auch Meinungen widerspiegeln, sind direkte Gegensätze und sich widerlegende Aussagen durchaus möglich und gewollt.

Anhand dieser Aussagen lässt sich die Notwendigkeit für eine Aufklärung hinsichtlich Design und dessen Relevanz erkennen. Es muss eine solide Basis zur Argumentation mit dem Auftraggeber geschaffen und anhand von konkreten, erfolgreichen und vor allem verständlichen Fallbeispielen untermauert werden.
Dem Auftraggeber soll, so einfach und schnell wie möglich, der Mehrwert und die Wichtigkeit von Designleistungen und darüber hinaus ein nachhaltiges Verständnis für die Abläufe und die Kompetenzen eines Designers vermittelt werden.

Hier abgebildet die Antworten zur ersten Frage des Bogens:Was ist Design_web

Autor: Simon Elsen

Referenzen:
0) Titelbild:
http://www.sew-eurodrive.de/s_presse/share/images/highres/de_mecm_Engineering_und_Auswahl.jpg
1) Beinert, Wolfgang: „Zitate“, 18.06.13, http://beinert.net/profil/beinert-zitate.html

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Was ist Design? Teil 1 – Definition

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Der Begriff Design hat viele Bedeutungen. Oft wird behauptet, Design wäre allgegenwärtig, denn es gibt kein Nicht-Design. Hinter jeder Sache eine Idee, eine Gestaltung und im besten Fall auch eine Intention. Dabei spielt die Qualität erstmal keine Rolle - Alles ist „designed“. Doch was sich wirklich hinter diesem Begriff verbirgt, bleibt den Meisten verschlossen. Was also ist Design? Und wie wird dieser Begriff wahrgenommen?

Überall um uns herum können wir es finden. Sei es das Ladenschild über dem Tante-Emma-Laden an der Ecke, das neueste Media Markt Prospekt oder das Straßenschild am Wegesrand – Design! Oder ist das gar kein Design? Manch einer wird mit dem Begriff Design ganz andere Dinge verbinden. Hält sich doch schon seit Jahrzehnten hartnäckig der Mythos des feucht-fröhlichen Designerlebens in den Köpfen der Menschen.

Begrifflichkeiten wie Designermöbel oder Nageldesigner haben sich nicht wirklich positiv auf das Ansehen der Branche ausgewirkt. Leitsysteme, Signets und das strukturierte Herangehen an ein Problem vermuten nur die wenigsten hinter dem Begriff Design. Der Begriff wird oftmals nur als ein schnödes Mittel zur Verschönerung gesehen. Da wird eine alte Internetseite in ein neues Gewand oder ein neues Produkt in eine möglichst knallige und Aufmerksamkeit erregende Hülle gepresst. Denn es soll ja schließlich gut aussehen! Der Absatz soll steigen und der Kunde soll kaufen! Dass Design so nicht funktioniert, verstehen leider die wenigsten. Doch was versteckt sich denn nun hinter diesem allgegenwärtigen Begriff? Was kann gutes Design in der Gesellschaft bewirken? Was macht gutes Design aus und wieso haben designerische Leistungen in Deutschland offensichtlich nicht den Stellenwert in der Gesellschaft, den sie haben sollten? Designtheoretiker wie beispielweise Peter Zec äußerten sich zu diesem Thema wie folgt:

„Obwohl jeder weiß, was gemeint ist, versteht jeder etwas anderes darunter. Good design ist eine global verständliche Aussage, die dennoch in jedem Land anders verstanden wird. Einigkeit besteht lediglich darüber, dass eine Unterscheidung zum bloßen Design ausgedrückt wird. Good design ist besser als nur Design. Good design steht also für Qualität, die sich von der Normalität abhebt.”1

Gut oder Schlecht?
Scheinbar liegt massiver Aufklärungsbedarf auf Seiten der Auftraggeber vor. Sicherlich gehen die Meinungen, was gutes Design betrifft, oft auseinander. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass Design, von der handwerklichen Qualität abgesehen, immer auch subjektiv ist. An dieser Stelle möchte ich nur knapp formulieren, was gutes Design für mich bedeutet. In späteren Artikeln über Designbewertung werde ich dann näher darauf eingehen.

Gutes Design funktioniert, erfüllt seinen Nutzen und ist so reduziert wie möglich!

Kurz und knapp und… manch einer wird sagen unvollständig oder sogar falsch! Aber dazu in späteren Artikeln mehr. Eine punktgenaue Definition des Begriffs Design ist umfangreich genug um eine eigene Artikelserie zu starten. Für jetzt wird diese knappe Definition genügen.

Im Rahmen dieses Blogs möchte ich mich intensiv mit der Erforschung der Beziehungen zwischen Designer und Rezipienten auseinandersetzen und ergründen, warum designerische Leistungen oftmals nur nach wirtschaftlichen, nicht aber nach sozialen, kulturellen oder ökologischen Kriterien bewertet werden und versuche Ansätze zu finden, dies zu ändern. Die Notwendigkeit, sich mit dieser Thematik auseinander zu setzen, wird jeden Tag
im Kundengespräch zwischen Designer und Auftraggeber deutlich. Nicht selten dominieren Unverständnis und Unwissenheit um den Mehrwert von Design.

„[…] [W]enn unsere Großunternehmen durch eine »Controller- und Geiz ist geil-Mentalität« zum seelenlosen Selbstzweck werden, ist es an der Zeit, die Situation umgehend zu korrigieren. Wir brauchen weniger Besitzstandswahrer, Verwerter und Verwalter, dafür mehr Werte, mehr Menschlichkeit, mehr Inhalte und mehr Visionen. Meine persönliche Schmerzgrenze haben unkultivierte Bilanzakrobaten, instinktlose Sachbearbeiter und Shareholder Values-Typen schon längst überschritten.” 2

so schildert Wolfgang Beinert, Grafikdesigner und Fotograf, die Lage der Designbranche. Im nächsten Teil dieses Artikels wollen wir uns näher mit der Beziehung zwischen Gestalter und seinen Kunden auseinandersetzen.

Autor: Simon Elsen

Referenzen:
0) Titelbild: https://www.maynoothuniversity.ie/sites/default/files/assets/images/Courses.jpg
1) Zec, Peter: „Good Design – Produktkultur und Lebensform“, Designzentrum NordrheinWestfalen Edition, 2000, S. 10
2) Beinert, Wolfgang: „Zitate“, 18.06.13, http://beinert.net/profil/beinert-zitate.htm

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Beam mich hoch Scotty! Über die Entwicklung von Ideen Teil 2

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Serien wie Star Trek sind voller futuristischer Gegenstände, Prinzipien und Technologien. Doch wann wird aus einer Idee oder einem Hirngespenst Realität? Und was bedeutet das für das Design?

Nachdem wir in unserem letzten Artikel den technischen Aspekt des Designwandels betrachtet haben, wollen wir nun auch einen Blick auf die Rezipienten werfen. Design existiert stets aus einer Problemstellung heraus – einem Problem, für das es eine Lösung sucht. Dies kann ein technisches Problem, aber auch ein gesellschaftliches sein. So entwickelte beispielsweise Michael Rakowitz ein aufblasbares Zelt, welches Obdachlosen die Möglichkeit bietet, sich an bestehende Gebäude der Stadt anzudocken und deren Abwärme zu nutzen, um das Zelt aufzublasen und zu beheizen. Die Sterblichkeitsrate unter Obdachlosen in harten Wintern dürfte, sollte ein solches Projekt in Serie gehen, drastisch sinken. Dies ist nur ein Beispiel um zu zeigen, wie innovative Designideen in Zukunft einen Mehrwert schaffen können. Nicht zuletzt auch im ökologischen Sinn. Was das genau bedeutet beschrieben die drei Experten Bernd Draser, Prof. Christa Liedtke und Prof. Brigitte Wolf auf der “Gut Design Messe 2013”.

„Wir verstehen unter nachhaltigem Design nicht ein solches, das neben anderen Eigenschaften dann auch noch ein wenig ressourcenschonender oder ein wenig weniger umweltbelastend ist. Nach- haltiges Design, so könnte eine recht all- gemeine, aber um so richtigere Definition lauten, ist ein Design, das in der Lage ist, den komplexen Ansprüchen, die an es herangetragen werden, möglichst umfänglich gerecht zu werden. In den Grenzen, den Stärken und Schwächen, den Brüchen liegt der eigentlich Charme der Gestaltung. Denn diese irritieren den Nutzer, die Nutzerin immer wieder und halten eine gewisse Achtsamkeit und Besorgnis, eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Handeln aufrecht. Das ist auch nachhaltiges Design: dem Nutzenden nicht alles abzunehmen, sondern ihn oder sie immer wieder zu befähigen, den eigenen Weg zu suchen und auch zu gestalten. Erhalten die Produkte oder Dienstleistungen nicht eine gewisse Irritationsfähigkeit, entmündigen quasi den Nutzenden, dann wird er oder sie passiv und wendet anderen Dingen seine/ihre Aufmerksamkeit zu.“ 1.

Draser, Liedtke und Wolf geben also an, dass zukunftsweisendes Design nicht einfach nur nachhaltig ist, sondern die Gesellschaft zu nachhaltigem Denken und Handeln bewegt. Dies ist ein großer Unterschied. Spinnen wir diese Idee weiter muss die Aussage getroffen werden, dass es Aufgabe des Designs ist, Inhalte und Gedanken zu vermitteln, also aufzuklären. Und genau da liegt auch meiner Ansicht nach die Aufgabe des Designs. In Zukunft muss Design, mehr als jemals zuvor vielleicht, nicht bloß anwendbare Produkte oder Dienstleistungen gestalten, sondern Bewusstsein für Probleme schaffen und Verständnis in der Gesellschaft bewirken. Hierzu äußerten sich Draser, Liedtke und Wolf ebenfalls wenn sie schreiben:

„Wir glauben, dass die Vermittlungspotenziale massiv unterschätzt werden, wenn sie als eine bloße kreative Dienstleistung unter anderen im Zuge einer Wertschöpfungskette verstanden werden. Ein Designbegriff, der das bloße Aufhübschen von Oberflächen oder Beschönigen von Botschaften zum Inhalt hat, ist ohne Zukunft. Design wird Querschnittsaufgabe werden müssen, das Gestalten wird immer mehr zum Übersetzen und Vermitteln werden. Design löst sich erkennbar von der Produktion und gestaltet immer stärker Prozesse, Diskurse und gesellschaftliche Aktivitäten.“ 2.

Sicher ist, dass sich die Entwicklung im Bereich Design eher verschnellert als stagniert. Neue Generationen werden sich mit Dingen wie dem 3D-Druck, Holografie und ähnlichem auseinandersetzen müssen. Der Beruf Design birgt immer auch die Herausforderung, sich den neuen Gegebenheiten anzupassen und zu adaptieren. Manch einer wird darin ein notwendiges Übel sehen – andere die Essenz unseres Berufes. Ich könnte mir persönlich nichts Spannenderes vorstellen. In diesem Sinne und im Sinne Mr. Spocks: Leben Sie lang und in Frieden!

Autor: Simon Elsen

Referenzen:
Bild: http://disrupt3d.com/wp-content/uploads/2013/05/zortrax__3d_printer_1.jpg
1) und 2) Labkultur: „Interview zur Gut Design Messe – Was bedeutet nachhaltiges Design heute“, http://www.labkultur.tv/blog/interview-zur-gut-design-messe-was-bedeutet-nachhaltiges-design-heute-part-2

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Beam mich hoch Scotty! Über die Entwicklung von Ideen Teil 1

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Serien wie Star Trek sind voller futuristischer Gegenstände, Prinzipien und Technologien. Doch wann wird aus einer Idee oder einem Hirngespenst Realität? Und was bedeutet das für das Design?

Als Kind faszinierten mich Dinge wie die Datentafeln aus der Sci-Fi Serie Star Trek – heute sind Tablets wie Ipad und Co. zur Normalität geworden. Ideen durchlaufen stets einen Prozess, einen Zyklus, der stets mit dem Bedürfnis einer oder mehrerer Personen beginnt und im Idealfall mit der Umsetzung endet. Dabei spielt es erst einmal keine Rolle, ob die Idee mit den aktuell verfügbaren Mitteln umsetzbar ist, oder nicht. Ist ein direktes Umsetzen nicht möglich, geschieht dies möglicherweise Jahre später. Doch ohne Idee, ohne erste Anreize darüber nachzudenken und zu forschen, würde diese Idee niemals Realität werden. Gestern das Telefon, heute das Ipad – was ist morgen? Und wie reagiert das Design auf diese Veränderungen?

Design war schon immer so vielfältig wie die Bedürfnisse, die es zu bedienen sucht. Es passt sich an die Bedürfnisse und technischen Möglichkeiten der Gesellschaft an und beschreitet stetig neue Wege. Dabei spielen sowohl die Lebensumstände, als auch eine Vielzahl anderer Faktoren wie Fortschritt, wissenschaftliche und kulturelle Errungenschaften sowie Ansichten, Material und Fertigungsmethoden eine wichtige Rolle. Design ist also stetig im Wandel.

In den letzten Jahren wurde Design und die damit zusammenhängenden Prozesse, massiv durch die neuen Medien geprägt. Mit der stetig wachsenden Dominanz der digitalen Medien, haben sich auch die Ansprüche an das Design gewandelt. Als Beispiel kann hier das Responsive Design dienen. Vor der Erfindung des Smartphones wurden digitale Inhalte ausschließlich auf Desktop Computern oder Laptops angezeigt. Die Anforderungen an die ideale Darstellung dieser Inhalte waren nahezu identisch, da sich die Bildschirmgröße beider Geräte kaum voneinander unterschied. Mit den Smartphones und Tablets sind nun zwei weitere Bildschirmgrößen hinzugekommen, die eine andere Auflösung der Inhalte erfordern. Hätte das Design nicht reagiert, wären die statischen Lösungen der älteren Medien auf diesen neuen Geräten wesentlich schlechter darstellbar. Doch mit den neuen Anforderungen hat sich auch das Design digitaler Inhalte gewandelt und das Responsive Design geschaffen. Responsive Design beruht darauf, digitale Inhalte so zu gestalten, dass sie sich gemäß der genutzten Auflösung verhalten und möglichst leicht ablesbar sind – auch bei geringer Bildschirmgröße. In einer allgemeinen Definition heißt es:

„Responsive web design (RWD) is a web design approach aimed at crafting sites to provide an optimal viewing experience – easy reading and navigation with a minimum of resizing, panning, and scrolling – across a wide range of devices from mobile phones to desktop computer monitors.“ 1.

Das Prinzip dahinter ist recht einfach zu verstehen. Anstelle die Inhalte fixiert anzulegen und damit die gleiche Darstellung auf allen Geräten zu erzwingen, wird ein flexibles Layout angelegt, welches anhand festgelegter Regeln für alle Auflösungen die optimale Darstellung des Inhaltes gewährleistet. Dies umfasst sowohl flexible Bildanordnung als auch fließende Gestaltungsraster in Text und Bild. Es bleibt abzuwarten, ob Responsive Design auch auf die immer wichtiger werdenden Smartwatches reagiert.

Autor: Simon Elsen

Referenzen:
Bild: http://img.v3.news.zdn.vn/Uploaded/xbhunku/2015_02_28/ogAcRjB.jpg
1) Labkultur: „Interview zur Gut Design Messe – Was bedeutet nachhaltiges Design heute“, http://www.labkultur.tv/blog

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